schlachtschiffgrau

2013
schlachtschiffgrau (55) & (81) – eine acht kanalige Klanginstallation in belebten Museumsräumen für Glenn Gould.

Klang als Raumtarnung – das Rauschen und die Zeitstruktur Goulds Einspielungen der Goldberg Variationen als aurale Architektur.

Im Rahmen der Installation werden die kontinuierlichen Rauschfragmente der Originaleinspielung als Raumanreger an verschiedenen Orten mittels im Museumsraum versteckten Lautsprechern eingesetzt. Hierdurch entsteht eine multizentrische, unterschwellige Umfärbung des Ausstellungsraums, die sich entsprechend der 31-teiligen Zeitstruktur der Originalkomposition und ihrer Interpretation verändert. Durch die Veränderung der Hörposition des Museumspublikums kommt es zu Abschattungseffekten durch Mobiliar und Bauweise des jeweiligen Gebäudes. Hierdurch entstehen wiederum individuelle aurale Architekturen des einzelnen Hörers, die im Moment, da das Ende einer der Variationen erreicht ist, abbrechen, zusammenfallen und sich beim Einsatz der nächsten Variation wieder aufbauen.

Glenn Goulds Lieblingsfarbe war die Tarnfarbe schlachtschiffgrau wie er in Vom Konzertsaal zum Tonstudio – Schriften zur Musik 2, S. 119 in einem Interview mit sich selbst feststellte.

ZWEI VERSIONEN
schalchtschiffgrau (55): Länge 38’34”.
schlachtschiffgrau (81): Länge 51’18”.

 

Bei schlachtschiffgrau (81) handelt es sich um eine 8-kanalige Audioarbeit, die über nicht sichtbare Lautsprecher im Raum hörbar wird. Die Arbeit bezieht sich auf den kanadischen Pianisten und Autor Glenn Gould, der vor allem aufgrund seiner Schriften sowie in Interviews geäußerter medientheoretischer Ansichten fuür Sharma wichtig wird. Der Werktitel ist ein direkter Verweis auf Gould, welcher die Tarnfarbe schlachtschiffgrau (battleshipgray) einmal als seine Lieblingsfarbe bezeichnet hat. Der Gedanke der Tarnung, genauer eines unterschwellig im Raum hörbaren Klangschleiers gewissermaßen als akustischer Tarnschicht, schwingt in Sharmas Klanginstallation mit. Das verwendete Klangmaterial entstammt Goulds später Aufnahme der Goldberg-Variationen von J. S. Bach. Die Zahl 81 im Titel verweist auf die Tatsache, dass Goulds Einspielung im Jahr 1981 die letzte offizielle Produktion des 30th Street Studio der Columbia Records gewesen ist. Danach wurde das musikhistorisch legendäre und die „Studio-Medienkunst“ prägende Tonstudio geschlossen, vermutlich weil es nicht mehr rentabel gewesen ist. Hörbar wird in der Installation aber nicht der vertraute Klavierklang. Sharma übernimmt vielmehr die Rauschanteile und damit vor allem auch die Zeitstruktur von Goulds legendärer Schallplatteneinspielung und generiert daraus gewissermaßen eine abstrakte Hommage fernab anekdotischer Anspielungen und vordergründiger Klangzitate.
(Reinhard Buskies, Kunstverein Bochum)

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