mirage 1-6

2015-2016
mirage 1-6 – skulpturale Raum-Klangkompositionen für einen Ikosaederlautsprecher.

Werkreihe, die im Rahmen der Doktorarbeit Komponieren mit skulpturalen Klangphänomenen in der Computermusik entstanden ist und an die Erfahrungen von grrawe, firniss und grafik unten seit 2009 anknüpft. Die neuen Einzelkompositionen enstanden in einem iterativen Prozess von Komposition, Hörversuchen, psychoakustischer Modellierung, Konzertpraxis und Implementierung der so gemachten Erfahrungen in neue kompositorische Strategien der Spatialisierung in Zusmamenarbeit mit der Forschergruppe OSIL.

Hierbei kommen die aus der Skulpturenlehre abgleiteten 3 Grundformen

von Kernplastik, Raumplastik und Kern-Schaleprinzip mit den Attributen, raumabweisend, raumumfassend und  raumbildend

exemplarisch zur Anwendung.

Hierzu auch die beiden Computer Music Journal Artikel*

KOMPONIEREN MIT SKULPTURALEN KLANGPHÄNOMEN IN DER COMPUTERMUSIK

Im Rahmen meiner künstlerischen Arbeit und hierauf aufbauenden Doktorarbeit werden bisher wenig erforschte elektroakustische Raum-Klangphänomene, plastic sound objects die bei bestimmten Klangproduktionsverfahren in der Computermusik seit etwa 60 Jahren verstärkt auftauchen, praktisch und theoretisch untersucht. Hierzu wird der Ikosaederlautsprecher (IKO), ein spezielles vom Institut für Elektronische Musik und Akustik der Kunstuniversität Graz entwickeltes Lautsprechersystem eingesetzt und weiterentwickelt.

In der Mitte aller künstlerisch forschenden Bemühungen steht die Frage nach dem „Shared Perceptual Space“ (SPS), dem Raum in der akusmatischen Musik, an dem sich die Wahrnehmungen der Komponisten , der Wissenschaftler und des Publikums hinsichtlich der dreidimensionalen Klangobjekte überschneiden. Die Forschungsarbeit versucht diesen Raum durch künstlerische Handlungen einzugrenzen oder seine Entstehung zu provozieren und durchläuft hierzu wiederholt einen dreistufigen Prozess:

Im Rahmen einer Reihe von aufeinander aufbauenden elektroakustischen Kompositionen wurde den plastischen Eigenschaften dieser Klangphänomene nachgegangen. Parallel zum kompositorischen Prozess wurde der Versuch einer sprachlichen Fixierung verallgemeinerbarer Beschreibungen der erzeugten Objekte unternommen. Hierfür wurden Recherchen zu bestehenden Terminologien und ihre Verwendung angestellt. In einem weiteren Schritt wurde dann die Überprüfung dieser Begriffe durch den Versuch der Einordnung des eigenen kompositorischen Prozesses vorgenommen.  Zudem wurde unterstützend auf ingenieurswissenschaftlichem Wege versucht, das künstlerisch erzeugte Raum-Klangphänomen durch Messungen und virtuelle Modellierung nachzubilden und psychoakustisch zu erklären.
Die so verzahnt entstandenen Beschreibungen aber auch Kollisionen von Wahrnehmungen haben den weiteren kompositorischen Prozess schrittweise informiert und zu einem erweiterten Verständnis und einer anderen Praxis der künstlerischen Arbeit mit diesen Phänomenen geführt.
Das abschließende Glossar und die in den letzten Jahren entstandenen sechs Klangskulpturen mirage (1-6) beinhalten die Erfahrungen und entwickelten Techniken des künstlerischen Forschungsprozesses.

Allerdings versteht sich mirage  weder als eine Sammlung erprobter experimentaler Praktiken noch als eine weitere spatialisierte elektroakustische Komposition. Vielmehr handelt es sich um eine ästhetische Praxis, die Raum komponiert, in dem sie Raum als Voraussetzung für sonisch-plastisches Material annimmt und damit das Ziel verfolgt, einen poetischen Ansatz in zeitgenössischer Medienkunst zu finden, um komplexe Umgebungen künstlerisch einbeziehen zu können.
Es geht hierbei um die Ermöglichung selbstevidenter und anderer Erfahrungen in der Absicht einer deutlichen Differenzbildung zu ordinären technischen Klangumgebungen wie Kino, Fernsehen oder Home 5.1. Es handelt sich um eine Einladung des Hörers zur Teilnahme an einer erweiterten Ontologie der auditiven Raum-Künste im Jetzt.


IKO_Tour2017

*

  • [WSF+16] F. Wendt, G. K. Sharma, M. Frank, F. Zotter, R. Höldrich, “Perception of Spatial Sound Phenomena Created by the Icosahedral Loudspeaker”, Computer Music Jornal special Issue on High-Density Loudspeaker Arrays, 2016 (peer-reviewed journal).
  • [ZZFK16] F. Zotter, M. Zaunschirm, M. Frank, M. Kronlachner, “Spherical Beamforming and Exciting Wall Reflections”, Computer Music Journal special Issue on High-Density Loudspeaker Arrays, 2016 peer-reviewed journal).

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Eine Raum-Komposition für Helder Tenorblockflöte und IKO. Premiere am 25. und 26. Oktober 2018 im Acker Stadt Palast Berlin. Semaphor ist eine Raum-Klangkomposition für zwei außergewöhnliche und zugleich irritierende Instrumente, die von Susanne Fröhlich und gksh sowohl praktisch, als auch theoretisch untersucht werden: Helder Tenorblockflöte und Ikosaederlautsprecher (IKO). Versteht man beide Instrumente als Klangprojektoren, die […]

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Komponieren von Raum mit skulpturalen Klangobjekten – int. Workshop an der TU Berlin

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Insonic17 Lecture

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HFBK HAMBURG

26. – 28.01.2018 WORKSHOP – HFBK Hamburg Explizite Überlegungen zu Klang-Bildrelationen: Strategien, Experimente und Verlustängste.

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gleAM – eine ambisonische Klangskulptur für BESSY II VSR und einen Ikosaederlautsprecher. Eine Kooperation zwischen Physikern der Abteilung für Beschleunigerphysik am Helmholtz-Zentrum Berlin und gksh. UA Kontakte Festival, Akademie der Künste Berlin am 30.09.2017. PREMIERE Helmholtz-Zentrum Berlin am 17.11.2017 mit insgesamt vier Konzerten. Weitere Aufführungen INSONIC2017 Konferenz ZKM Karlsruhe 07.12.2017, Int. Spatial Composition Workshop TU […]

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