Komponieren von Raum mit skulpturalen Klangobjekten – int. Workshop an der TU Berlin

12.01. – 14.01.2018
Workshop im Hybrid Lab TU/UdK Berlin.

Zielsetzung und Inhalte:
Die elektronische Musik und die Computermusik hat den Raum als kompositorische Dimension bisher ganz überwiegend durch mehrkanalige Lautsprechersysteme erschlossen, die als akustische Außenhülle um das Publikum herum konfiguriert sind. Der Workshop dagegen versteht sich als Einführung in eine ästhetische Praxis, die Raum komponiert, in dem sie ihn als Voraussetzung für sonisch-plastisches Material annimmt und dabei unterschiedlich komplexe Aufführungsumgebungen künstlerisch mit einbezieht.

Im Rahmen des Workshops sollen elektroakustische Raum-Klangphänomene, plastic sound objects, die bei bestimmten Klang(re)produktionsverfahren auftreten, im Hinblick auf ihre akustischen Grundlagen und ihr künstlerisches Potential theoretisch motiviert und praktisch erfahrbar werden. Als akustisches Werkzeug und musikalisches Instrument wird der Ikosaederlautsprecher (IKO) eingesetzt – ein am Institut für Elektronische Musik und Akustik (IEM) der Kunstuniversität Graz entwickeltes, kompaktes, 20-kanaliges Lautsprechersystem.

Im Vergleich mit Raum-Klangwiedergabeverfahren wie mehrkanalige Stereofonie, Wellenfeldsynthese und Higher Order Ambisonics soll anhand ausgewählter künstlerischer Werke erschlossen werden, inwieweit sich ein „Shared Perceptual Space“ finden lässt, in dem sich die Wahrnehmungen von Komponisten, Wissenschaftlern, Ingenieuren und Publikum überschneiden. Den Teilnehmern bietet sich damit die  Möglichkeit, die wichtigsten aktuellen Klangprojektionsverfahren anhand exemplarischer Kompositionen und  eigener Experimente konzeptionell und ästhetisch zu vergleichen.

Dabei wird auch die Schwierigkeit einer sprachlichen Beschreibung der erzeugten Raum-Klangobjekte thematisiert. Der Workshop gibt einen Überblick über bestehende Terminologien und ihre Verwendung in der Klangkunst, der Musikwissenschaft und der Akustik.

Die Teilnehmer werden nach einer gemeinsamen Einführung in seine Handhabung die Möglichkeit bekommen, eigene Klangexperimente mit dem IKO zu realisieren. Hierzu wird auch der virtualisierte IKO (vIKO) eingeführt, der eine Auralisation von räumlichen Aufführungssituationen mittels kopfhörerbasierter Binauralsynthese ermöglicht.

Inhalte und Referenten
• Konzepte und Technologien der räumlichen Wiedergabe von Klang
(Prof. Dr. Stefan Weinzierl, FG Audiokommunikation, TU Berlin)
• Einführung in die Funktionsweise und die Steuerung kompakter Lautsprecher-Arrays
(Dr. Frank Schultz, sonible GmbH, Graz)
• Raumkomposition und skulpturale Klangobjekte
(Dr. Gerriet K. Sharma, IEM/OSIL, Kunstuniversität Graz)

Weitere Projekte

Semaphor

Eine Raum-Komposition für Helder Tenorblockflöte und IKO. Premiere am 25. und 26. Oktober 2018 im Acker Stadt Palast Berlin. Semaphor ist eine Raum-Klangkomposition für zwei außergewöhnliche und zugleich irritierende Instrumente, die von Susanne Fröhlich und gksh sowohl praktisch, als auch theoretisch untersucht werden: Helder Tenorblockflöte und Ikosaederlautsprecher (IKO). Versteht man beide Instrumente als Klangprojektoren, die […]

, ,

Insonic17 Lecture

Verbalisierung skulpturaler Klangphänomene in der Computermusik – towards a Shared Perceptual Space (SPS). 08.12.2017, ZKM Karlsruhe, Hörsaal.

,

Klangskulptur

Nach über 15 Jahren künsterischer Arbeit im Feld der „spatialized music“ stellte sich die Frage, wie die produzierten Raum-Klangphänomene in Lautsprecherumgebungen besser verstanden werden  können – mit anderen Worten – wie können wir Beschreibungen und Techniken entwickeln, die wissens- und wahrnehmungsbasiert zugleich sind? Künstlerisches Ziel ist die Ermöglichung selbstevidenter und anderer Erfahrungen in der Absicht […]

, ,