Lecture Performance tanzhaus nrw – Festival temps d’image

Raumhall – zwischen Manipulation, Simulation und Situation

Kanzlei für Raumbefragungen –

Januar 2012

Informationen über die physische Beschaffenheit eines Raums teilen sich dem Hörer überwiegend über die Geräuschqualität des akustischen Nachhalls mit. Seit Nachhall auch technisch manipuliert oder sogar vollkommen neu generiert werden kann, löst sich der Höreindruck mehr und mehr von der Wahrnehmung des tatsächlich vorhandenen Raums ab. Gegenwärtig ist künstlich hergestellter Nachhall aus den Tonstudios und anderen medientechnischen Laboren und somit von Tonträgern nicht mehr wegzudenken.

Ursprünglich zur Nachahmung des „natürlichen Raums“ erfunden, entwickelte sich der künstliche Raumhall zu einem eigenständigen Effekt, einer Mischfarbe auf der Palette der welterzeugenden Techniken in der Medienindustrie. Neben der immer ausgefeilteren Simulation von Ambienten, wie Kirchen, Büroräumen, Wohnzimmern, wurde der technisch erzeugte „unreale“ überhöhte Raum zu einem medienästhetischen trigger für Erinnerungsmuster, innere Zustände sowie Traumsequenzen.

Die lecture performance gliedert sich in zwei Teile. Der erste Teil setzt sich anhand ausgewählter Beispiele mit Hallerzeugungsgeräten von den Anfängen bis zur Gegenwart und deren technischer Funktion, ihrem akustischen und soundästhetischen Einsatz und ihrer Wirkung auf den (Zu-)Hörenden auseinander. Der zweite Teil der lecture beschäftigt sich mit dem aktuellen Projekt {kA}: keine Ahnung von Schwerkraft der Kanzlei für Raumbefragungen in dessen Mittelpunkt die Frage steht: Was passiert, wenn man Räume wieder in ihrer technisch unbeeinflussten Akustik hört, also so, wie es die bauliche Konstruktion ermöglicht? Hierzu werden unterschiedliche, temporär leerstehende Gebäude in verschiedenen Städten als Klangräume genutzt und als integraler Bestandteil von mehrkanaligen Klangkompositionen verstanden und erfahrbar gemacht. Anhand der ersten beiden Gebäude in Graz und Würzburg werden die komplexe Produktionsweise und die künstlerischen Ziele des Projektes mit akustischen Beispielen erläutert.

Weitere Projekte

Semaphor

Eine Raum-Komposition für Helder Tenorblockflöte und IKO. Premiere am 25. und 26. Oktober 2018 im Acker Stadt Palast Berlin. Semaphor ist eine Raum-Klangkomposition für zwei außergewöhnliche und zugleich irritierende Instrumente, die von Susanne Fröhlich und gksh sowohl praktisch, als auch theoretisch untersucht werden: Helder Tenorblockflöte und Ikosaederlautsprecher (IKO). Versteht man beide Instrumente als Klangprojektoren, die […]

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Komponieren von Raum mit skulpturalen Klangobjekten – int. Workshop an der TU Berlin

12.01. – 14.01.2018 Workshop im Hybrid Lab TU/UdK Berlin. Zielsetzung und Inhalte: Die elektronische Musik und die Computermusik hat den Raum als kompositorische Dimension bisher ganz überwiegend durch mehrkanalige Lautsprechersysteme erschlossen, die als akustische Außenhülle um das Publikum herum konfiguriert sind. Der Workshop dagegen versteht sich als Einführung in eine ästhetische Praxis, die Raum komponiert, […]

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Insonic17 Lecture

Verbalisierung skulpturaler Klangphänomene in der Computermusik – towards a Shared Perceptual Space (SPS). 08.12.2017, ZKM Karlsruhe, Hörsaal.

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Klangskulptur

Nach über 15 Jahren künsterischer Arbeit im Feld der „spatialized music“ stellte sich die Frage, wie die produzierten Raum-Klangphänomene in Lautsprecherumgebungen besser verstanden werden  können – mit anderen Worten – wie können wir Beschreibungen und Techniken entwickeln, die wissens- und wahrnehmungsbasiert zugleich sind? Künstlerisches Ziel ist die Ermöglichung selbstevidenter und anderer Erfahrungen in der Absicht […]

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HFBK HAMBURG

26. – 28.01.2018 WORKSHOP – HFBK Hamburg Explizite Überlegungen zu Klang-Bildrelationen: Strategien, Experimente und Verlustängste.

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gleAM

gleAM – eine ambisonische Klangskulptur für BESSY II VSR und einen Ikosaederlautsprecher. Eine Kooperation zwischen Physikern der Abteilung für Beschleunigerphysik am Helmholtz-Zentrum Berlin und gksh. UA Kontakte Festival, Akademie der Künste Berlin am 30.09.2017. PREMIERE Helmholtz-Zentrum Berlin am 17.11.2017 mit insgesamt vier Konzerten. Weitere Aufführungen INSONIC2017 Konferenz ZKM Karlsruhe 07.12.2017, Int. Spatial Composition Workshop TU […]

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Eadweard ́s Ear-Muybridge extented

Eadweard ́s Ear-Muybridge extented – ein Interface für Komponisten, Tänzer und Musiker. Mit einem eigens entwickelten Interface werden die Bewegungen von Tänzern in Echtzeit in eine graphische Notation transformiert. Die so generierten Bewegungsdaten werden von Musikern auf der Basis einer kompositorischen Struktur interpretiert. Damit evozieren sie wiederum die unmittelbar folgenden Bewegungen der Tänzer. Über die […]

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