Eadweard ́s Ear-Muybridge extented

Eadweard ́s Ear-Muybridge extented – ein Interface für Komponisten, Tänzer und Musiker.
Mit einem eigens entwickelten Interface werden die Bewegungen von Tänzern in Echtzeit in eine graphische Notation transformiert. Die so generierten Bewegungsdaten werden von Musikern auf der Basis einer kompositorischen Struktur interpretiert. Damit evozieren sie wiederum die unmittelbar folgenden Bewegungen der Tänzer. Über die Bande des Interfaces entwickelt sich ein Dialog zwischen Musik und Tanz. Mediale und körperlich – physische Wahrnehmungsvorgänge durchdringen sich, Notationen werden zu Echtzeit -Tools.

2017 Berliner Editionen 1-4
 Uferstudios Berlin.
2018 eingeladen vom Künstlerhaus MOUSONTURM Frankfurt am Main.
Gefördert vom Hauptstadtkulturfond Berlin.

Zentral für alle musikalischen Überlegungen war die Frage, welche wechselseitigen räumlichen Perspektiven Klänge und Körper eröffnen können. Beobachter und Zuhörer sollten in die Lage versetzt werden, der Raumbildung im Prozess beizuwohnen.
In dem Moment, da man Musik aber nicht als Unterhaltung oder Untermalung zu Bewegungen oder Bildern versteht, hat man ein Problem mit einem etablierten Kanon des Alltäglichen. Selbst bei klassischen Choreographien kann sich die Frage aufdrängen
Braucht Tanz Musik um komplett zu sein?
Und was gewinnt die Musik durch diesen Tanz?
Entsteht hier wirklich etwas Drittes durch Zusammenfügung der Aggregate?
Oder funktionieren diese einfach nur (zu) gut nebeneinander?

Die Verbindung von musikalischem Klang und Körper kann aber die Aufmerksamkeit auf die Entstehung von Raum lenken, auf den Moment, an dem am Ort des Geschehens aufgrund einer Dynamisierung von Koordinaten und Verläufen zwischen Klang und Körper Raumbildung „passiert“. Unterschiedliche Körperstellen wurden mit Klängen bzw. Raum-Klanggesten verknüpft, damit so die Bewegungen und Raumpositionen des Körpers nach und nach im sich aus den Bewegungsdaten formierenden Raum-Klang antizipiert werden können. Die Wirkungen dieser dreidimensionalen Verknüpfungen sind im Wortsinne vielschichtig und müssen immer wieder im Verlauf der Vorstellung erprobt und erfahren werden. Äußerst problematisch ist dabei dieser gemeinsame Lernprozess im Aufführungsmodus. Denn es gibt bei diesem Vorhaben einen intrinsischen Konflikt zwischen Musik (funktioniert nach eigenen Regeln), musikalischem Klischee (nervt durch Abnutzung) und akustischer Überraschung (interessant, zerstört aber auch Konzentration auf das Ganze). Das Aushalten dieser Spannung ist fundamental in dieser Arbeit. Das Experiment mit Etablierung und Instanziierung einerseits und Redundanz und Sättigung, im Sinne von „kenne ich jetzt schon“ andererseits, ist hier ein kompositorischer Bestandteil, mit dessen Risiken wir nur durch persönliche Einlassung umzugehen lernen können. Hier ist die Schwelle zwischen Beliebigkeit und Momentum absichtlich und buchstäblich hauchdünn. D.h. Der kompositorische Ansatz bei den Berliner Editionen unternimmt die Suche nach einer „Fast-schon-und-gerade-noch-Musik“. Dabei gehe ich davon aus, dass wir im Gegensatz zur herkömmlichen Machart von Musik Klänge nicht in die Zeit einschreiben sondern in den Ort. Letzteres hat natürlich auch eine zeitliche Dimension, nur wird diese hier in den Dienst des Raums gestellt. Etwa wie bei einer Skulptur, die man nur im Raum und als Raum wahrnehmen kann, mit einer zeitlichen Dimension des Erfahrens (unterschiedliche Blickwinkel, Herumgehen, Aufmerksamkeitsschwerpunkte, Plastizität) am Ort. Der Körper legt diese Raumverhältnisse frei, bündelt Aufmerksamkeit und verändert die Perspektiven. Der suchende, forschende Körper, seine Haltungen, Bewegungen, Gesten erzeugt Dringlichkeit und Aufmerksamkeit für und Konzentration auf räumliche Wahrnehmung und hoffentlich eine momentane Befreiung von eben herkömmlicher Erwartungshaltung an Musik mit Tanz oder Tanz mit Musik oder gar Tanzmusik.

Konzept und Regie: Penelope Wehrli
Komposition und Musikalische Leitung: Gerriet K. Sharma
Choreografische Entwicklung und Tanz: Jutta Hell, Dieter Baumann (Rubato)
E-Gitarre: Alejandra Cardenas
Fagott: Stephanie Hupperich
Schlagwerke: Alexander Nickmann
Technische Leitung: Thomas Koch

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Klangskulptur

Nach über 15 Jahren künsterischer Arbeit im Feld der „spatialized music“ stellte sich die Frage, wie die produzierten Raum-Klangphänomene in Lautsprecherumgebungen besser verstanden werden  können – mit anderen Worten – wie können wir Beschreibungen und Techniken entwickeln, die wissens- und wahrnehmungsbasiert zugleich sind? Künstlerisches Ziel ist die Ermöglichung selbstevidenter und anderer Erfahrungen in der Absicht […]

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26. – 28.01.2018 WORKSHOP – HFBK Hamburg Explizite Überlegungen zu Klang-Bildrelationen: Strategien, Experimente und Verlustängste.

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gleAM

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2013 – 2015 – 14 tracks, 1 Booklet. Für die Erarbeitung einer Gebäude-Klangkomposition wurde der Kanzlei für Raumbefragungen Ende 2013 eine großzügige Förderung der SK-Stiftung Kultur zu teil. Das letzte Gebäude der von Anfang an auf 6 Gebäude konzipierten Kompositionsreihe sollte in Köln akquiriert, erforscht und bespielt werden.

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LAB: Work in Progess seit 2013 ARCHIPEL I.-VI. – ein sechsteiliger Werkzyklus mit ortsvariablen Klanginstallationen. Gefördert durch die Kunststiftung Nordrhein Westfalen, 2014. Gefördert durch die Abteilung A9 Kultur des Landes Steiermark, 2013.

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2015-2016 mirage 1-6 – skulpturale Raum-Klangkompositionen für einen Ikosaederlautsprecher. Werkreihe, die im Rahmen der Doktorarbeit Komponieren mit skulpturalen Klangphänomenen in der Computermusik entstanden ist und an die Erfahrungen von grrawe, firniss und grafik unten seit 2009 anknüpft. Die neuen Einzelkompositionen enstanden in einem iterativen Prozess von Komposition, Hörversuchen, psychoakustischer Modellierung, Konzertpraxis und Implementierung der so […]

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